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Joseph Binder Symposium


Anfahrtsskizze

Termin und Ort

 
9. November 2010, 16–20 Uhr
im ViennaWorkshop
(ehemalige «Wiener Werkstätte»)
Neustiftgasse 32–34/13
1070 Wien

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Die "Wiener Werkstätte"

Wiener Werkstätte
Im Oktober 1903 bezog die Produktionsgemeinschaft der Wiener Werkstätte mit der Gold- und Silberwerkstätte, der Buchbinderei, der Lederwerkstätte, Tischlerei, Lackiererei, einem Baubüro und einem Ausstellungssaal das
ehemalige Fabriksgebäude in der Neustiftgasse 32-34 im 7. Bezirk in Wien.

Die Künstler Josef Hoffman und Koloman Moser gründeten mit dem
Bankier Fritz Warendorfer 1903 die „Wiener Werkstätte“. Damit wurde eine Institution ins Leben gerufen, die durch „…mustergültige Edelarbeit und
erlesenem Geschmack zur Erzieherin der gesamten zivilisierten Welt wurde und bestes Wiener Wesen zu wahrer internationaler Bedeutung erhob“.
Die Wiener Werkstätte, international der unerreichte Höhepunkt des
Kunsthandwerks im 20. Jahrhundert und bis in die heutige Zeit durch ihre erstaunlich moderne Haltung nachwirkend, wurde als „Produktiv Genossen-?schaft von Kunsthandwerkern in Wien“ ins Handelsregister eingetragen. Ihr Ziel: In einer Zeit der schlechten Massenproduktion und der gedankenlosen Nachahmung längst überkommener Stile Zweck und Form wieder zu einer Einheit zu verbinden.?Das technische Mittel dazu waren erstklassige handwerkliche Fähigkeiten. „Unsere Stärke soll in guten Verhältnissen und guter
Materialbehandlung bestehen“ formulierten Hoffmann und Moser in dem 1905 erschienenem Arbeitsprogramm.

Die Idee von der Durchdringung aller Lebensbereiche mit Kunst war schon vor der Jahrhundertwende im Rahmen der Wiener Secession virulent geworden. Der Wiener Werkstätte war kein Gegenstand zu?unbedeutend, um nicht vom Künstler und Kunst-Handwerker gestaltet oder veredelt zu werden. Neben der Tätigkeit des der Wiener Werkstätte angeschlossenen Baubüros, wie für das Palais Stoclet in Brüssel oder das Sanatorium in Purkersdorf bei Wien, entwarf und erzeugte die Künstlergemeinschaft Möbel, Geschirr, Besteck, Schmuck, Email, Keramik, Glas, Bucheinbände, Tapeten, verschiedene Papetierewaren; zum Programm gehörten aber auch künstlerische Postkarten und die Mode in all ihren Erscheinungsformen.
Neben einer großen Anzahl von freien und ständigen Mitarbeitern wie Gustav Klimt für das Palais Stoclet; Oskar Kokoschka, dessen Buch „Die träumenden Knaben“ im Verlag der Wiener Werkstätte 1908 erschien; Egon Schiele, der Postkarten entwarf, prägten vor allem Carl Otto Czeschka (Silberarbeiten und Stoffe), Bertold Löffler, Michael Powolny und Vally Wieselthier (Keramik), Eduard Wimmer-Wisgrill und Max Snischek (Mode) das Erscheinungsbild der Wiener Werkstätte.

Die schwierige Nachkriegszeit und ein nicht zu leugnender stilistischer Verfall führten dazu, dass die Wiener Werkstätte 1932 geschlossen wurde.

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